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Die Gegner des Museum Sanders wenden sich in einem Brief an die zukünftigen Koalitionspartner Jochen Partsch (Grüne) und Rafael Reißer (CDU) (Foto: HEINERTOWN.DE)

Museum Sander: Will das Stifter-Ehepaar jetzt doch den Bau am Südhang durchdrücken?

Darmstadt 06.05.2011

Nach drei Fachforen zum Bau eines Museum Sanders und etlichen Protesten befürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative SOS Mathildenhöhe, dass nun doch am Südhang der Mathildenhöhe gebaut werden soll. Die Eheleute Sander planten bereits, den Siegerentwurf der Architekten Schulz und Schulz aus Leipzig überarbeiten zu lassen, wollen die Bürgerinitiativ’ler erfahren haben. Was die Gegner eines Museums auf dem Südhang jetzt von den frisch gewählten Stadtpolitikern und von Darmstadts zukünftigem Oberbürgermeister Jochen Partsch erwarten – HEINERTOWN.DE berichtet.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative SOS Mathildenhöhe fordern von den zukünftigen grün-schwarzen Koalitionspartnern, die Kritikpunkte an einem möglichen Museum Sander am Südhang in den Koalitionsvertrag mit aufzunehmen. Die Bürgerinitiativler hätten „massiv“ Jochen Partsch als OB-Kandidat unterstützt, heißt es in einer Pressemitteilung von SOS-Mathildenhöhe. Jetzt fordern deren Mitglieder von Darmstadts künftigem Oberbürgermeister, sein Versprechen zu halten, dass es mit ihm kein Museum Sander auf dem Südhang geben wird.

„Wenn ich Oberbürgermeister werde, wird es unter meiner Führung keine Bebauung des Südhangs der Mathildenhöhe geben“, zitiert Norbert Golombek Darmstadts zukünftigen Grünen-OB Jochen Partsch. „Deshalb erwarten wir, dass unsere Forderung Gegenstand des Koalitionsvertrages wird“, so das Mitglied des Lenkungsausschusses der Bürgerinitiative.

Dass die Darmstädter ihre Stadtpolitiker jetzt noch einmal an ihre Versprechen erinnern, hat einen Grund. Wie Norbert Golombek erfahren haben will, soll die Familie Sander den 1. Preisträger des Architektenwettbewerbs damit beauftragt haben, den Sieger-Entwurf zum Museumsbau zu überarbeiten. „Dann möchte die Familie Sander einen entsprechenden Bauantrag einreichen“, sagt Golombek.

Dabei sei gerade aufgrund der Initiative von SOS-Mathildenhöhe klar geworden, dass die Mehrheit der Bürger kein Museum auf dem Südhang der Mathildenhöhe will, schreibt Stefan Zitzmann an die Stadtverordneten von Grünen und CDU: „Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der ursprünglich gewählte Standort am Südhang ungeeignet ist, andere Standorte für ein Museum sind bereits vorgeschlagen worden.“

Vor der Kommunalwahl hätten die Mitglieder des Lenkungsausschusses von SOS-Mathildenhöhe öffentlich empfohlen, die Parteien zu wählen, die den Südhang-Standort ablehnten. „Hier waren insbesondere Bündnis 90/Die Grünen und die CDU gemeint“, schreibt Zitzmann.

Jetzt sollen die Stadtverordneten von Grünen und CDU folgende Punkte in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden: Zitzmann fordert ein Kulturkonzept für den gesamten Bereich Mathildenhöhe. Zuerst müsse eine Bestandsaufnahme der städtischen Kunstsammlung erfolgen. In einer Überarbeitung des Rahmenplans von 2009 sollen die Flächen am Osthang für Ausstellungsgebäude freigehalten werden.

Die Mitglieder von SOS-Mathildenhöhe bestehen darauf, diese Punkte in den Koalitionsvertrag aufzunehmen, weil nach Erkenntnissen der Bürgerinitiativler seitens der Eheleute Sander andere Signale ausgesendet werden. „Wir haben aus dem Umfeld der Sanders erfahren, dass sich die Stadt Darmstadt ja nicht bewege“, so Norbert Golombek gegenüber HEINERTOWN.DE. Dabei habe man sich seitens des Bauamtes bezüglich des neuen Standorts am Eugen-Bracht-Weg sechs Monate Zeit gegeben. „Wir gehen aber davon aus, dass Jochen Partsch sein Wort hält, und es kein Museum Sander auf dem Südhang geben wird.“

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