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Merkel spricht in New York (Foto: AFP)

Merkel: Deutschland will Vorbild bei Nachhaltigkeit sein

New York 26.09.2015

 

Deutschland will nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen einnehmen. Berlin werde anderen Ländern beim Erreichen der Vorgaben durch Entwicklungszusammenarbeit helfen und "auch selber mit gutem Beispiel vorangehen", sagte Merkel in New York. So wolle Deutschland nächstes Jahr als eines der ersten UN-Mitglieder seinen Aktionsplan zur Umsetzung der Ziele vorstellen.

Die Kanzlerin betonte bei einer Veranstaltung am Rande des UN-Nachhaltigkeitsgipfels, dass auch die Wirtschaft zum Erfolg der Pläne beitragen müsse. An einer von Deutschland, Ghana und Norwegen ausgerichteten Veranstaltung zum Thema globale Gesundheit am Samstag würden daher auch Wirtschaftsvertreter teilnehmen. Auf der Veranstaltung soll es nach Angaben der Bundesregierung um eine bessere Koordinierung der Gesundheitssysteme gehen, um der Ausbreitung von Epidemien weltweit künftig besser begegnen zu können. Auf der Teilnehmerliste stehen unter anderen Microsoft-Gründer Bill Gates und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Staats- und Regierungschefs aus aller Welt hatten am Freitag die globale entwicklungspolitische Agenda für die kommenden 15 Jahre angenommen. Die 17 Ziele umfassen unter anderem die Beseitigung von extremer Armut und Hunger bis zum Jahr 2030, die Förderung von Gesundheitsversorgung und Bildung sowie den Kampf gegen den Klimawandel. Der Katalog führt die zur Jahrtausendwende beschlossenen Millenniumsziele fort, die den Zeitraum bis 2015 abdeckten.

"Für mich wäre es wunderbar, wenn man innerhalb der nächsten 15 Jahre vor allen Dingen die absolute Armut ausrotten könnte", sagte Merkel. Allerdings müssten die Ziele nun konsequent umgesetzt werden. Die Kanzlerin erinnerte daran, dass es bei der Umsetzung der Millenniumsagenda in einigen Teilen der Welt gehapert habe. "Deshalb müssen wir hier immer wieder kritisch berichten und dann sehen, dass wir 2030 nicht enttäuscht, sondern sehr erfolgreich dastehen."

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, betonte im Deutschlandfunk, dass die Gipfel-Beschlüsse auch Konsequenzen für Deutschland haben. Vor allem in den Bereichen Landwirtschaft und Autoverkehr stehe Deutschland im OECD-Vergleich nicht gut da, sagte Höhn unter Verweis auf eine Bertelsmann-Studie. Nachbesserungsbedarf gebe es unter anderem im Kampf gegen Wasserverschmutzung und Feinstaubbelastung sowie bei der Müllvermeidung.

In ihrer ersten Rede vor den Vereinten Nationen seit 2010 hatte Merkel am Freitag auch eine "substanzielle" Aufstockung des deutschen Entwicklungshilfeetats versprochen, um der Verpflichtung nachzukommen, mindestens 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für diesen Zweck auszugeben. Mit Blick auf die Flüchtlingskrise in Europa rief die Kanzlerin dazu auf, die Ursachen von Flucht und Vertreibung zu bekämpfen. "Wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung ist und bleibt Frieden", sagte sie.

Am Rande des bis Sonntag dauernden Nachhaltigkeitsgipfels führt Merkel auch eine Reihe von bilateralen Gesprächen. Am Freitag kam sie unter anderem mit Weltbank-Chef Jim Yong Kim, der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi zusammen. Am Samstag sind Treffen mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu und dem pakistanischen Premierminister Nawaz Sharif geplant. Am Samstagmorgen (16.00 Uhr MESZ) besucht die Kanzlerin das Mahnmal für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 in New York.

 
 
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