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Gebäude der EKHN am Paulusplatz (Foto: HEINERTOWN.DE / Andreas Kelm)

Evangelische Kirche: Ein neuer Propst, solide Finanzen und mehr Geld für Flüchtlinge

Darmstadt 24.11.2014

Am Wochenende (22.) ist die Herbsttagung der Synode der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zu Ende gegangen. Sitz der EKHN-Kirchenleitung ist in Darmstadt am Paulusplatz; die 151 Delegierten trafen sich in Frankfurt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Verabschiedung des 550 Millionen Euro umfassenden Haushalts für das kommende Jahr, die Bereitstellung zusätzlicher Hilfen für Flüchtlinge und die Planungen zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017. Zudem wählten die Delegierten Oliver Albrecht zum neuen Propst für Süd-Nassau.

 

Die Synode beschloss in Frankfurt den 550 Millionen Euro umfassenden Etat für 2015 (Vorjahr: 556 Millionen Euro). Er ist der erste, der auf dem kaufmännischen Rechnungssystem basiert, das in der Wirtschaft üblich ist. Ab 2016 soll die sogenannte „Doppik“ in allen Kirchengemeinden Standard werden. Der Haushalt geht für 2015 von 465 Millionen Euro Einnahmen durch die Kirchensteuer aus.

Für das laufende Jahr wird mit einer leicht über dem Planansatz von 445 Millionen Euro liegenden Kirchensteuer (Vorjahr 436 Millionen Euro) gerechnet. Größte Posten im Budget für das kommende Jahr sind unter anderem die Zuweisungen an die Kirchengemeinden mit fast 103 Millionen Euro sowie gut 41 Millionen Euro Eigenmittel für die 600 evangelischen Kindertagesstätten mit rund 40.000 Plätzen. Dagegen stimmte die Synode einer zusätzlichen Anschubfinanzierung über 400.000 Euro für die neue Evangelische Akademie am Frankfurter Römerberg nicht zu.

Für die Arbeit mit Flüchtlingen wird die EKHN im kommenden Jahr eine Million Euro bereitstellen. Unterstützt werden soll damit die Arbeit von Gemeinden, Dekanaten und evangelischen Einrichtungen, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Dazu gehören beispielsweise Hilfen bei der Unterbringung, soziale Betreuung oder Sprachkurse. Bereits 2013 hatte die Synode insgesamt eine Million Euro zur Verfügung gestellt, mit denen inzwischen 30 Hilfsprojekte umgesetzt werden konnten.

Die EKHN will auch ihr Engagement gegen Ungerechtigkeit und Krieg verstärken. Sie wird sich deshalb an der internationalen Aktion „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“ mit 200.000 Euro beteiligen. Die Initiative des weltweiten Ökumenischen Rats der Kirchen will in den kommenden sieben Jahren Antworten auf globale Herausforderungen des Wirtschaftens, der Umwelt und Politik sowie des Glaubens suchen helfen. Der Begriff Pilgerweg ist dabei ein übertragenes Bild, das für die Schritte zu möglichen Veränderungen steht. Bei der Aktion sollen beispielsweise Projekte zur Armutsbekämpfung oder in der Flüchtlingsarbeit international vernetzt werden.

Oliver Albrecht ist der neue Propst für Süd-Nassau. Die Synode wählte den 52 Jahre alten evangelischen Theologen im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit zum geistlichen Repräsentanten für das Kirchengebiet rund um Wiesbaden. Er tritt seinen Dienst im März 2015 an. In seiner Bewerbungsrede forderte der Idsteiner Dekan, bei allen organisatorischen Fragen in der Kirche, die geistliche Dimension nicht aus dem Blick zu verlieren sowie Nächstenliebe und politisches Engagement zu verbinden. Zugleich wurde Matthias Schmidt (50) als Propst für Oberhessen für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Er sprach sich dafür aus, die „gesellschaftsverändernde Kraft des Evangeliums“ stärker in die Öffentlichkeit zu bringen.

 
 
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