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Engagiert: Dieter Bingen hat bereits zahlreiche Texte veröffentlicht. (Foto: HEINERTOWN.DE / Andreas Kelm)

Völkerverständigung: Warum sich Dieter Bingen für die deutsch-polnischen Beziehungen begeistert

Darmstadt 24.11.2014

Seit 1980 besteht in Darmstadt das Deutsche Polen-Institut. Die Einrichtung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Beziehungen zum Nachbarland Polen zu pflegen. Der Direktor des Instituts, Professor Dieter Bingen, hat schon früh seine Leidenschaft für das deutsch-polnische Verhältnis entdeckt – HEINERTOWN-Autor Rüdiger Gilbert berichtet.

 

In reizvoller Lage direkt an der Mathildenhöhe gelegen, treffen sich im Deutschen Polen-Institut regelmäßig Vertreter der deutschen und polnischen Politik, Kultur und Wissenschaft. Erster Ansprechpartner ist der Leiter, Professor Dieter Bingen, geboren 1952 in Köln. Während seines Studiums der Politikwissenschaften an der Universität zu Bonn absolvierte er im Jahre 1977 einen Forschungsaufenthalt in Polen. Es folgte 1979 die Promotion zum Doktor der Philosophie.

„Mich haben die deutsch-polnischen Beziehungen seit meiner Jugend fasziniert“, sagt Bingen, „besonders beeindruckt hat mich der Kniefall von Bundeskanzler Willy Brandt im Warschauer Ghetto.“ Das deutsch-polnische Verhältnis sei eine Herausforderung für die Menschen. „Ich habe im Laufe der Zeit festgestellt, dass die Vorbehalte der Polen gegenüber den Deutschen trotz des erlittenen Unrechts stark abgenommen haben“, so der Professor weiter.

Sein Engagement für ein freundschaftliches Verhältnis beider Länder hat Dieter Bingen in zahlreichen Publikationen unter Beweis gestellt. Von 1981 bis 1999 war er wissenschaftlicher Oberrat im Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien in Köln. Seine Forschungsschwerpunkte lagen unter anderem in Polens Geschichte, Politik, Religion und Kirche. Seit 1979 referierte Bingen in Kongressen, Konferenzen, Tagungen und Workshops in Europa, Nordamerika, Asien und Australien. Des Weiteren war er Mitglied in verschiedenen Kuratorien und Jurys. Seit dem Jahr 1999 leitet Bingen das Deutsche Polen-Institut und seit 2000 gehört er der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste an.

Das Deutsche Polen-Institut (DPI) pflegt die Beziehungen zu dem Nachbarland Polen durch sein Programmangebot vorwiegend in Deutschland. Dabei verbindet es mehrere Aufgaben: Es vereint praxisbezogene Wissenschaft und Forschung, Bildungsangebote für Schulen und Hochschulen, politische Foren, editorische Projekte und öffentliche Veranstaltungen. Das Institut besitzt eine einmalige Spezialbibliothek für polnische Literatur, deutsch-polnische Übersetzungen und Kulturbeziehungen in Geschichte und Gegenwart, die zugleich eine Universalbibliothek für Polen und die deutsch-polnischen Beziehungen ist.

Besonderen Wert legt das DPI darauf, das deutsch-polnische Beziehungsgeflecht in den Kontext der Beziehungen zu anderen Nachbarstaaten und der europäischen Integration zu stellen. Gleichzeitig soll der polnische Beitrag für die europäische Geschichte, Kultur, Politik sowie europäisches Denken untersucht und vermittelt werden. Finanziert wird die Einrichtung durch das Land Hessen, die Kultusministerkonferenz, die Stadt Darmstadt und das Auswärtige Amt. Im nächsten Jahr ist der Umzug in Räume des Darmstädter Schlosses vorgesehen.

 
 
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