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Bei der Landung des Labormoduls „Philae“ ist offenbar nicht alles nach Plan verlaufen. (Foto: HEINERTOWN.DE/Andreas Kelm)

Rosetta und „Tschuri“: Steht die Mission auf der Kippe?

Darmstadt 13.11.2014

Sorge um „Philae“, das Labormodul der Raumsonde Rosetta: Die Fotos, die von der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko („Tschuri“) auf die Erde gesandt wurden, legen den Eindruck nahe, dass das Modul auf die Seite gekippt ist. Die beteiligten Wissenschaftler fürchten außerdem, dass die Solarzellen von „Philae“ zu wenig Licht abbekommen, da das „Labor“ nicht an der ursprünglich vorgesehenen Stelle gelandet ist.

 

Gestern noch jubelten Raumfahrtfans auf der ganzen Welt über den historischen Erfolg der europäischen Forscher. Am heutigen Donnerstag (13.11.) setzte ein wenig die Ernüchterung ein. Zwar funktioniert „Philae“ bisher so wie geplant. Doch ist bei der Landung scheinbar nicht alles nach Wunsch verlaufen. Nach Angaben der Forscher ist das Modul beim ersten Landeversuch vom Kometen abgeprallt, da zwei der für die Landung vorgesehenen Harpunen defekt waren. Anschließend sei „Philae“ mehrere Stunden lang über dem Kometen geschwebt und habe sich deutlich von der Wunsch-Landestelle entfernt.

Erst im dritten Anlauf klappte das Manöver, und das an einem Ort, der aufgrund seiner schattigen Lage Probleme bereiten könnte. Denn statt der ursprünglich vorgesehenen sechs Stunden, in denen das Modul mit Sonnenlicht versorgt wird, bekommt „Philae“ an seinem momentanen Standort nur eineinhalb Stunden Sonnenlicht ab. Sollte es nicht gelingen, die Lage des solarbetriebenen Labormoduls zu verändern, wird die Durchführung der Mission schwierig: Die Akkus von „Philae“ reichen gerade einmal für 60 Stunden aus – zu wenig, um die Vielzahl an Experimenten durchzuführen.

Kopfschmerzen bereitet den Forschern auch die Lage des Moduls. „Philae“ liegt im Moment auf der Seite; eines der drei Beine hängt scheinbar in der Luft. Ob in diesem Zustand die geplanten Bodenproben entnommen werden können, ist derzeit noch unklar, da man nicht weiß, ob der Bohrer unter diesen Umständen eingesetzt werden kann. Zudem können die Wissenschaftler aktuell nicht sagen, wo genau das Labor sich auf dem Kometen befindet. Ihre Daten lassen aber vermutet, dass „Philae“ an einer unebenen Stelle des Kometen gelandet ist.

 
 
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